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Wer entscheidet eigentlich, was „schlimm“ ist?

  • mail681374
  • 15. März
  • 2 Min. Lesezeit

Jeder Konflikt, jede Auseinandersetzung hat eine Ursache: unbefriedigte Bedürfnisse. Diese können – in unseren Augen – sehr banal sein, doch geht es hier nicht um UNS!


Wir sind Meister darin, andere und Ihre Gefühlswelt zu bewerten. Wir entscheiden, was „schlimm“ oder „nicht schlimm“ ist! Wir sind uns zudem meist sehr sicher, was dem anderen helfen wird und was nicht. Wir vergessen dabei leider nur zu häufig, dass WIR eben nicht die ANDEREN sind, mit unterschiedlichen Lebenswegen, Geschichten, Gewohnheiten und Werten!


Die Folge: Wir hören den anderen nicht zu, werten ihre Sorgen und Ängste häufig ab und haben im Kopf schon UNSERE Lösung für IHR Problem!


Für andere zu entscheiden, was „leidenswürdig“ ist, in meinen Augen, der Inbegriff von fehlender Empathie.


Empathisch zu sein bedeutet nicht, dass wir mit unserem Gesprächspartner einer Meinung sein müssen! Es bedeutet jedoch ernsthaft zu versuchen, sich in seine Lage zu versetzen und nachzuempfinden was ihn bewegt, unter Berücksichtigung seines Lebensweges, seiner Ansichten und seiner Werte!


Ein Beispiel:

Bei dem derzeitigen Weltgeschehen bin ich überrascht, dass für einige die abgesagte Urlaubsreise, die z.B. über Dubai gehen sollte, einer Katastrophe gleich kommt. Doch ich werte nicht darüber, denn es steht mir nicht zu! Ich selbst lege keinen Wert auf Urlaub und Reisen und empfinde eine stornierte Reise , in der heutigen Zeit, als ein sehr „komfortables Problem“. Ich kann und werde aber trotzdem nicht darüber urteilen oder werten, was eine Reise für andere Menschen bedeutet. Würde ich es tun, entstehen, mutmaßlich, wesentlich mehr Konflikte in Gesprächen mit Menschen, die mir davon erzählen.


Ein Mitarbeiter, der sich mit seinen Sorgen und Belastungen nicht gehört und ernst genommen fühlt, da diese als „banal“ abgetan werden, wird, früher oder später, das Unternehmen verlassen.


Sich gehört fühlen heißt nicht, dass Forderungen eins zu eins umgesetzt werden müssen. Dies verlangt niemand! Es bedeutet jedoch, dass Mitarbeiter ernst genommen werden! Lernen wir also wieder mehr Kompromisse zu schließen. Wenn mein Mitarbeiter schwarz möchte und ich weiß – welcher Grauton könnte passen?


Lernen wir zudem wieder zuzuhören! Richtig zuzuhören! Ohne nebenbei Emails zu checken, aufs Handy zu gucken oder UNSERE Wertung und den damit verbundenen gut gemeinten Ratschlag schon auf der Zunge zu haben!


Belastende Emotionen sind individuell – so individuell wie wir! Werten wir nicht – versuchen wir einfach zu verstehen und danach zu handeln.


Nur Mut!


 
 
 

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