...vom Helfen und Brauchen...
- mail681374
- 12. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
„Es war für mich lange Zeit undenkbar, Hilfe anzunehmen.“
Dieser Satz, so verrückt er auch klingen mag, stammt von einer Marktleiterin, die 120 (!) Menschen führt! Und ich weiß, dass sie nicht allein mit dieser Tatsache ist. Im Gegenteil.
Uns vom Mythos der Eigenständigkeit zu verabschieden, ist leider leicht gesagt und schwer getan, denn unsere kulturelle Bedeutung , die wir dem „Etwas-im-Alleingang-Erreichen- verliehen haben, ist groß! Zu groß! Und sie hat gefährliche Nebenwirkungen: Dauerstress und Überforderungen, Burnout, schwerste mentale und körperliche Folgen.
Leider koppeln wir Erfolg immer noch viel zu häufig an den Umstand „Niemanden zu brauchen“.
Viele von uns sind stetig bereit anderen behilflich zu sein, doch wir tun uns schwer damit, andere um Hilfe zu bitten. Doch so kann keine echte Verbundenheit entstehen, denn diese basiert auf GEBEN und NEHMEN. Oft scheint es, die (Arbeits-) Welt sei aufgeteilt in diejenigen, die Hilfe anbieten und diejenigen, die Hilfe benötigen, doch wir alle gehören zu beiden Gruppen!
Führungskräfte wurden in einer Umfrage darum gebeten, zwei oder drei konkrete Verhaltensweisen zu nennen, die ihnen erlauben, anderen zu vertrauen. Zwei der wichtigsten Antworten:
1. Ich vertraue Menschen, die um Hilfe oder Unterstützung bitten.
2. Wenn mich jemand um Hilfe bittet, vertraue ich dieser Person eher, weil sie bereit ist, mir gegenüber verletzlich und aufrichtig zu sein.
Sowohl Hilfe geben als auch Hilfe annehmen muss Teil unserer (Firmen/Arbeits-)Kultur sein und werden und als Führungskraft sollten Sie Vorbild für beides sein, wenn Ihnen Verbundenheit, Wachstum und Innovation aufrichtig am Herzen liegt.
Eine wirklich „schmerzlich“ ehrliche Erkenntnis las ich kürzlich in einem Buch für Führungskräfte, die nicht treffender hätte sein können und die mich auf das Thema „um Hilfe bitten“ nun mit anderen Augen blicken lässt:
„Bis wir nicht mit offenem Herzen empfangen können, geben wir auch nie wirklich mit offenem Herzen, denn wenn wir mit dem Empfangen von Hilfe ein Urteil verbinden, verbinden wir - bewusst oder unbewusst - auch ein Urteil mit dem Helfen.“
( Quelle „Dare to lead – Führung wagen“. B. Brown. 61.)

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