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Über Scham und Schuld

  • mail681374
  • vor 7 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Immer wieder erlebe ich, wie Feedbackgespräche mit Mitarbeiter*innen ohne Vorbereitung und leider auch ohne jegliche Vorstellungen darüber was sie bewirken ( können ), geführt werden.


Ein unverzichtbarer Bestandteil meines Coachings ist daher mittlerweile das Thema „ Wie gebe ich Feedback und wann bin ich dazu bereit, faires Feedback zu geben?“


Ein elementarer Part besteht daraus, den Unterschied zwischen Scham und Schuld herauszuarbeiten, denn diese beiden Begriffe werden am häufigsten verwechselt, mit schwerwiegenden Konsequenzen!


Am besten erklären lässt sich der Unterschied zwischen Scham und Schuld anhand des Unterschieds zwischen „Ich bin schlecht“ (Scham) und „Ich habe etwas Schlechtes getan“ (Schuld).


Scham korreliert stark mit Sucht, Gewalt, Aggression, Depression, Essstörungen und Mobbing. Schuld korreliert dagegen negativ mit all diesen Folgeerscheinungen ( # Quelle Tangney und Dearing, Shame and Guilt).

Schuld birgt Empathie und Werte!

Entschuldigen wir uns für etwas, machen wir es wieder gut oder ändern ein Verhalten, was nicht unseren Wertevorstellungen entspricht, werden wir meist von Schuld und nicht von Scham dazu getrieben!


Wie oft verwenden wir den Begriff „ schamlos“, wenn wir beobachten, dass jemand eigennützige oder in unseren Augen unmoralische Entscheidungen trifft. Wir sehen die Ursache für gewissenloses Verhalten in mangelnder Scham.

Doch Scham ist nicht das Heilmittel, sondern der Auslöser! Wir lassen uns nur allzu gern täuschen, denn es ist einfach, jemandem mangelndes Schamgefühl vorzuwerfen. Doch was nach einem aufgeblähten Ego und Narzissmus aussieht, ist keineswegs Mangel an Scham, denn fast immer stecken Scham und Angst hinter unethischem Verhalten.

Das letzte, was Menschen mit diesem Verhalten brauchen, ist mehr Scham! Sie brauchen mehr Eigenverantwortung für ihr Handeln und ihren Mangel an Empathie!


Gerade deshalb ist es so wichtig diesen so immens wichtigen Unterschied zu kennen! Es liegen nämlich Welten zwischen dem Feedback: „Du bist eine schlechte Verkäuferin“ ( Identität = Scham ) und „ Deine Verkaufsgespräche in den letzten zwei Wochen haben leider zu keinem Mehrumsatz geführt. Lass und gemeinsam überlegen, wie wir dies ändern können und welche Schulung Du ggf. benötigst.“ ( Verhalten = Schuld )


Und wie sieht es mit Ihrer Feedbackkultur aus?


 
 
 

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